USA – Hawaii – Kauai

Immer wieder hört man davon, dass Leute ihren Anschlussflug verpassen und geht dabei natürlich von einer Verspätung des ersten Fluges aus. Nein – das geht auch viel einfacher… man nehme ca. 10 Dollar, zwei lecker Starbucks Kaffee und zwei dauerquasselnde Touris von denen der eine irgendwann, bzw. genau um 14:10 auf die Flughafenuhr schaut und meint “Hmm also wenn unser Anschlussflug um 14:05 abhebt und die Flughafenuhr tatsächlich richtig geht, dann haben wir den Flug verpasst!”.
Umso überraschter waren wir, dass Hawaii Airlines uns völlig kostenlos auf den nächsten Flug um 18:00 umgebucht hat – geiler Service!
So sitzt man also vier sinnlose Stunden am Flughafen in Maui anstatt am sonnigen Sandstrand auf Kauai – wissend, dass uns ausserdem noch ein erneutes “Führerscheindrama” auf Kauai bevorsteht.
Diesmal waren wir “schlauer” und haben unseren reservierten Dollar Wagen rechtzeitig abbestellt, da wir uns sicher waren das Mietauto, ohne Führerschein wieder nicht zu bekommen. Nix da – diesmal bekommen wir auch bei Dollar einen Wagen ohne Führerschein – nur doppelt so teuer wie er per Vorbestellung gewesen wäre… nice one – das hebt die Stimmung – NOT! Naja – dieses “Führerschein” Thema hatten wir jetzt einfach schon zu oft – und so überwiegt die Freude über das Auto mehr als der Frust über das verzockte Geld.
Nach unseren ersten kleineren Ausflügen auf der Insel buchen wir uns für den dritten Tag einen Segelturn mit einem Katamaran entlang der Napali Küste. Katamarantour entlang der Napali Coast hört sich ein wenig nach Schickimicki an… und so war es dann auch 🙂 ein Glück, dass wir unsere Erwartungshaltung, das Publikum betreffend, entsprechend angepasst hatten. Alle Spiesser ausblenden und zweisam Spass haben klappt so gleich viel besser!
Hätte mir jemand gesagt, dass auch in Kauai die Sonne im Osten aufgeht, dann hätte ich lieber die Nachmittags-Tour gebucht… Gegenlicht schmeckt meiner billig DSLR einfach gar nicht – aber – wie Melli zu sagen pflegt “es geht ja nicht nur ums Foto!” 😉
Die Küste ist wirklich atemberaubend und ein absolutes Muss! Kein Wunder, dass die Serie “Lost” viele Drehorte auf Hawaii hatte.
Ausserdem gibt es hier sehr viele “spinning dolphins”. Diese Delphine sind viel kleiner als ihre Artgenossen, das machen sie aber mit ihren unglaublichen Schrauben-Sprüngen allemal wieder wett! Auch wenn wir es eigentlich nicht mögen Wildtiere zu stören so haben wir hier definitiv den Eindruck als ob diese grazilen Schwimmer richtig viel Spass mit unserem Besuch haben und wirklich alles geben um uns zu begeistern.
Der versprochene Schnochelstopp fällt dann leider “ins Wasser” da das dieses sehr trüb ist und man scheinbar Angst um uns hat. Egal – Saltos vom Boot aus macht man eh besser ohne Taucherbrille…
Der Segelturn war sehr sehr schön und wir sind froh, dass wir uns nicht vom, durchaus hohen, “Tourifaktor” abschrecken haben lassen.
Vom Wasser aus war die Napali Coast der Hit – wie sieht sie wohl vom Lande aus? Aus der Luft fällt mangels Helikopterflugbudget definitiv aus und so planen wir für den kommenden Tag eine Wanderung entlang der Küste zu einem Wasserfall. So einfach der Wanderweg beginnt so abenteuerlich wird er dem Ende zu. Nach zahlreichen Flussüberquerungen und steilen Kletterpassagen erreichen wir endlich den unglaublich schönen und sehr sehr hohen Wasserfall! Und das beste – man kann dort baden und direkt unter den Wasserfall schwimmen 🙂
Ein Bad im Meer lassen wir angesichts der, bisher 87 Todesopfer lieber bleiben… die Vernunft siegt, auch wenn ich mir sicher bin, dass es wohl 87 besonders “gute” Schwimmer waren…
Vom Wasser wie vom Lande – die Napali Coast bekommt definitiv 5 von 5 Sternchen!
Den letzten Tag lassen wir dann in unserem Resort Spa ausklingen und sind einfach mal richtig faul… muss zwischendurch auch mal sein 😉

Der Rückflug nach Oahu steht an, denn wir fliegen von Honolulu aus nach Australien. Unsere allerhezliebste Kathrin hat ihre Diebeskünste walten lassen und uns unsere Schweizer Führerscheine nach Ohau zu unserem Kapitän geschickt (Wir sind Dir unendlich dankbar liebste Kathrin!!!!). Also – one more time – ein Auto mieten und rüber auf die andere Seite der Insel rasen wo das 75 CHF teure Paket schon auf uns wartet.
Am nächsten Morgen geht unser Flug nach Melbourne um 9:30… eigentlich genug Zeit um zuvor noch unsere Heiratsurkunde im Department of Health einzureichen und den Mietwagen abzugeben… eigentlich…
Es gibt Menschen die aufstehen wenn der Wecker klingelt, es gibt Menschen die aufstehen wenn er ein zweites Mal klingelt und es gibt Melanie. Lange rede kurzer Sinn, anstatt um 7:45, wie geplant kommen wir um 8:20 im DoH an und sind natürlich nicht die Ersten. Also Nummer ziehen und warten. Alles was wir jetzt NICHT haben ist Zeit, aber der Beamte bleibt auch auf wimmernde Nachfrage hart und wir müssen brav warten bis wir dran sind. Einer der Momente im Leben den man eigentlich nicht unbedingt erleben muss. Als unsere Nummer endlich aufleuchtet liegen die Nerven nicht nur bei uns blank und der nette Herr am Schalter vertippt sich bei unserem Anschriften auch noch zweimal. Sein Lachen als wir im auf seine Frage wann unser Flug geht antworten werde ich so schnell nicht vergessen. Schwarzen Humor finde ich super – so lange ich den Witz reisse 😉
Und wieder einmal sprinte ich vom DoH in Honolulu zu einem Mietwagen – schon fast Routine… während unserem Spurt gehts schon in die Detailplanung. So viel ist klar – seriell ist nichts mehr zu retten… Aufteilen ist unsere einzige Chance. Mit “minimal” überhöhter Geschwindigkeit rasen wir zum Flughafen. Ein Glück, dass wir uns in Honolulu inzwischen gut auskennen! Ich werfe Melli mit den beiden schweren Gepäckstücken am Terminal raus – hektisch machen wir noch einen Treffpunkt vorm Security Check aus und weiter gehts für mich zur Mietwagen Rückgabe. Irgendetwas passt dort nicht und ich soll mich im Büro melden… what? No way – was auch immer falsch sein mag – scheiss egal! Ich habe ca. 1.2km mit zwei Handgepäckstücken im Dauerlauf bei 35 Grad vor mir. Also im Vollspurt am Office vorbei in Richtung Airport. Einen Rucksack vorne und einen hinten. Auf diesen 1200 Metern sind mir x-mal Gedanken wie “ein Herzinfarkt mit Ende 30 geht in der Regel tödlich aus” oder “wenn sie noch einmal den Wecker weiter stellt dann …” oder auch “wird er bremsen, auch wenn da kein Zebrastreifen ist?” durch den Kopf. Irgendwann, kurz nach dem Gedanken “warum läuft mir mein Stirnschweiss eigentlich immer in die Augen?” bin ich tatsächlich am richtigen Terminal angekommen und ein bezaubernd schöne, blonde Silhouette rennt winkend auf mich zu. Ich muss noch persönlich am Checkin erscheinen sonst darf ich nicht fliegen. Einen Vorteil hat das Ganze – wir dürfen die VIP line durch den Security Check nehmen… obs das wert war?
Pitsch nass und völlig am Ende – aber im Flugzeug!!! Echt geschafft…. krasses Teamwork – muss ich trotzdem kein zweites Mal haben 😉

So endet unsere USA Reise sehr “idyllisch” und “ruhig”. Weiter geht es nach Australien! Zwar erst einmal für nur drei Wochen an die Ostküste aber wir haben ja noch drei Monate für den Rest Australiens eingeplant.
FAZIT: Kauai ist super schön und sehr ruhig. Reisen im Backpacker Style aber eher schwer.

WIN: Teamwork!

FAIL: “Nur noch eine Minute…”

Lesson learned: Alles ist möglich, man kann es aber auch einfacher haben….

 

3 Replies to “USA – Hawaii – Kauai”

  1. Hi, ihr Zwei,

    jetzt bin auch ich atemlos…. euch hinterher gejagt. Warum bequem, wenn es auch mit Hetzjagd funktioniert.
    Die Erfahrungswerte sind allerdings enorm.
    Habt herzlichen Dank für den herrlich bunten Bilderbogen!
    Und nun freue ich mich auf eure Zeit in Australien. Ob´s da jemütlicher ( auch für meine Nerven ) wird?

    Seid umarmt von Tante Ursel

    1. freut uns sehr dass du so fleissig mitliest und kommentierst! australien teil 1 war weniger hektisch – versprochen 🙂

  2. Hallo ihr 2 Australier, eure Geschichten – Adrenalin puuuur!
    Nun seid ihr ja schon wiederholt in Australien und da verläuft alles bestimmt easy.

    Freue mich immer sehr auf eure tollen Erzählungen in Wort und Bild.
    Ganz innige liebe Grüße aus der Heimat von Mam

    PS: Habe die letzten Tage ein paar Schneehänge für euch unsicher gemacht. Fehlen euch das Glitzern im Schnee und die schwungvollen, schnellen Abfahrten????

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

Time limit is exhausted. Please reload the CAPTCHA.