USA – Hawaii – Big Island

Für Melli und mich geht es nach schmerzlicher Trennung von Ihren Eltern weiter nach Big Island. Diesmal haben wir leider nicht so viel Glück und bekommen den reservierten Mietwagen wirklich nicht. Hartnäckig bleiben zahlt sich manchmal doch aus – beim fünften und letzten Mietwagen-Anbieter stellen wir unsere “Taktik” von “ehrlich währt am längsten” auf “weniger ist mehr” um und – Bingo! – die Dame am Schalter hat null Plan von Führerscheinen und nimmt dankend unsere International Driving permit an! Die Karre kostet uns zwar fast doppelt so viel, aber ohne Auto geht auf den Hawaii Inseln maximal ein “all inc. Resort Urlaub”… und der kommt sicher nicht in Frage.
Auf Big Island campen wir nur in unserem geliebten Zelt und sparen so viel Geld für die sehr teuren Übernachtungen – ausserdem: Campen > Hotel. Was finden Menschen nur an Hotels???

Los geht es gleich mit einem echten Highlight – Manta Ray Schnorcheln! Relativ spontan entscheiden wir uns dafür mit diesen Giganten der Meere plantschen zu gehen. Die Story, die erklärt warum hier ein ganz spezieller Spot ist um diese, bis zu 4 Meter Spannweite grossen Geschöpfe zu bewundern ist durchaus erzählenswert.
Irgendwann Ende der 70er begann das Sheraton Hotel an der Küste die brechenden Wellen nachts mit dicken Scheinwerfern für seine Gäste zu beleuchten. Kurz darauf sind vielen Einheimischen und auch Touristen immer wieder grosse, dunkle Schatten im Wasser aufgefallen. Neugierig stiegen Taucher ins Wasser um dem Schattenphänomen auf die Spur zu kommen und sichteten einen kleinen Manta Ray (Spannweite ca. 2,5 Meter) dessen linke Kopfflosse verbogen war. Sie tauften ihn, bzw. sie liebevoll “Lefty”. Lefty war der erste Manta Ray der sich den hellen Scheinwerfer bei der Jagt nach Plankton zu nutzen machte. Das Plankton wird vom Licht angezogen und somit bietet der helle Spot nachts ein wahres Nahrungsparadies für Mantas. Lefty lebt noch heute und ist auf eine Spannweite von 4,2 Meter angewachsen. Zu einem ganz besondern Manta macht Lefty allerdings ihre Jagdmethode, die sie über die Jahre hinweg konditioniert und inzwischen an zahlreiche andere Mantas “weitergegeben” hat. Da Mantas einen sehr hohen “Wendekreis” besitzen und somit nur für kurze Zeit durch das Scheinwerferlicht gleiten hat Lefty irgendwann begonnen Backspins unter Wasser zu drehen um im Lichtpegel zu bleiben.
Leider hatten wir nicht die Ehre auf Lefty selbst zu treffen, doch nach wenigen Minuten im Wasser waren wir von zahlreichen Mantas umzingelt die sich wenige Zentimeter(!) unter uns einen regelrechten “Backspin-Contest” lieferten. Auch wenn man genau weiss, dass diese Riesen völlig harmlos sind, ganz ruhig bleibt der Puls auf keinen Fall. Unsere russische (dem Akzent nach zu urteilen) “Guide-in” kennt jeden einzelnen der Mantas beim Namen und weiss teilweise sogar woher einzelne Schrammen an den Tieren stammen.
Leider sind meine GoPro Aufnahmen und Bilder aus Versehen schon auf dem Heimweg, aber ich liefere definitiv hammer Bild- und Filmmaterial nach!

Weiter gehts in den Süden zum eigentlichen Hauptthema der grössten Hawaii Insel – den Vulkanen. Wir zelten sehr einsam mit lediglich zwei jungen und zur Abwechslung sehr weltoffenen Amis auf einem Campsite mitten auf dem, seit 1983 aktivem Vulkan Kīlauea. Die beiden Jungs haben, obwohl sie die Highschool abgebrochen haben eine sehr gute Allgemeinbildung und Reisen durch die ganze Welt – angefangen natürlich in den USA ;). Wir machen zusammen eine Wanderung quer durch einen erkalteten Krater und schauen uns anschliessend die von den beiden empfohlenen Spots rund um den Vulkan an. Unglaublich viel Lava, erkaltete Lava! Leider kosten uns die Ausflüge zur glühenden Version der Steinmasse ein bisschen zu viel. Noch bis August 2013 konnte man hier ohne Mehrkosten beobachten wie die heisse Lava ins Meer fliesst und für ein unglaubliches Naturschauspiel sorgt (Google Bilder “kilauea ocean”).

Als nächste Station peilen wir den inaktiven, aber viel höheren (4200m) Vulkan Mauna Kea an, auf dem über 10 gigantische Teleskope verschiedenster Unternehmen, Universitäten und Länder stehen. Leider braucht man ein 4WD Fahrzeug um die letzten Meter Strasse auf den Gipfel fahren zu dürfen. Wir fragen ganz frech ein Kanadisches Paar und haben Glück, die beiden sind sehr nett und nehmen uns mit. Oben angekommen stellen wir dann fest, dass die 4WD “Pflicht” wohl nicht sonderlich streng umgesetzt wird und man auch easy mit einem Honda Civic den Pass bewältigt. Autofahren ist Angesichts der eigentlich einfachen Schotterstrasse und der dennoch erschreckenden Unfallfotos, die einen vor ihr warnen sollen, wohl keine Stärke des durchschnittlichen Mauna Kea Touristen…
Der Sonnenuntergang ist der Hammer, wird aber dennoch vom nachfolgenden Sternenhimmel “getopt”. Kraaaaasssss kalt… für die letzten Langzeitbilder kann ich kaum noch Einstellungen an der Kamera vornehmen, so steiffgefrohren sind meine Finger. Hat sich voll gelohnt – sehr beeindruckend!

FAZIT: Tolle Insel – wenn man Vulkane und Lava mag ein Muss!

WIN: Nette Kontakte und Manta Rays!

FAIL: Glühende Lava verpasst 🙁

Lesson learned: Ein 4WD muss es nicht immer sein… und in den USA sollte man sich wirklich niemals ohne Handtuch um die Hüften am Strand umziehen!

 

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