USA – Hawaii – Kauai

Immer wieder hört man davon, dass Leute ihren Anschlussflug verpassen und geht dabei natürlich von einer Verspätung des ersten Fluges aus. Nein – das geht auch viel einfacher… man nehme ca. 10 Dollar, zwei lecker Starbucks Kaffee und zwei dauerquasselnde Touris von denen der eine irgendwann, bzw. genau um 14:10 auf die Flughafenuhr schaut und meint “Hmm also wenn unser Anschlussflug um 14:05 abhebt und die Flughafenuhr tatsächlich richtig geht, dann haben wir den Flug verpasst!”.
Umso überraschter waren wir, dass Hawaii Airlines uns völlig kostenlos auf den nächsten Flug um 18:00 umgebucht hat – geiler Service!
So sitzt man also vier sinnlose Stunden am Flughafen in Maui anstatt am sonnigen Sandstrand auf Kauai – wissend, dass uns ausserdem noch ein erneutes “Führerscheindrama” auf Kauai bevorsteht.
Diesmal waren wir “schlauer” und haben unseren reservierten Dollar Wagen rechtzeitig abbestellt, da wir uns sicher waren das Mietauto, ohne Führerschein wieder nicht zu bekommen. Nix da – diesmal bekommen wir auch bei Dollar einen Wagen ohne Führerschein – nur doppelt so teuer wie er per Vorbestellung gewesen wäre… nice one – das hebt die Stimmung – NOT! Naja – dieses “Führerschein” Thema hatten wir jetzt einfach schon zu oft – und so überwiegt die Freude über das Auto mehr als der Frust über das verzockte Geld.
Nach unseren ersten kleineren Ausflügen auf der Insel buchen wir uns für den dritten Tag einen Segelturn mit einem Katamaran entlang der Napali Küste. Katamarantour entlang der Napali Coast hört sich ein wenig nach Schickimicki an… und so war es dann auch 🙂 ein Glück, dass wir unsere Erwartungshaltung, das Publikum betreffend, entsprechend angepasst hatten. Alle Spiesser ausblenden und zweisam Spass haben klappt so gleich viel besser!
Hätte mir jemand gesagt, dass auch in Kauai die Sonne im Osten aufgeht, dann hätte ich lieber die Nachmittags-Tour gebucht… Gegenlicht schmeckt meiner billig DSLR einfach gar nicht – aber – wie Melli zu sagen pflegt “es geht ja nicht nur ums Foto!” 😉
Die Küste ist wirklich atemberaubend und ein absolutes Muss! Kein Wunder, dass die Serie “Lost” viele Drehorte auf Hawaii hatte.
Ausserdem gibt es hier sehr viele “spinning dolphins”. Diese Delphine sind viel kleiner als ihre Artgenossen, das machen sie aber mit ihren unglaublichen Schrauben-Sprüngen allemal wieder wett! Auch wenn wir es eigentlich nicht mögen Wildtiere zu stören so haben wir hier definitiv den Eindruck als ob diese grazilen Schwimmer richtig viel Spass mit unserem Besuch haben und wirklich alles geben um uns zu begeistern.
Der versprochene Schnochelstopp fällt dann leider “ins Wasser” da das dieses sehr trüb ist und man scheinbar Angst um uns hat. Egal – Saltos vom Boot aus macht man eh besser ohne Taucherbrille…
Der Segelturn war sehr sehr schön und wir sind froh, dass wir uns nicht vom, durchaus hohen, “Tourifaktor” abschrecken haben lassen.
Vom Wasser aus war die Napali Coast der Hit – wie sieht sie wohl vom Lande aus? Aus der Luft fällt mangels Helikopterflugbudget definitiv aus und so planen wir für den kommenden Tag eine Wanderung entlang der Küste zu einem Wasserfall. So einfach der Wanderweg beginnt so abenteuerlich wird er dem Ende zu. Nach zahlreichen Flussüberquerungen und steilen Kletterpassagen erreichen wir endlich den unglaublich schönen und sehr sehr hohen Wasserfall! Und das beste – man kann dort baden und direkt unter den Wasserfall schwimmen 🙂
Ein Bad im Meer lassen wir angesichts der, bisher 87 Todesopfer lieber bleiben… die Vernunft siegt, auch wenn ich mir sicher bin, dass es wohl 87 besonders “gute” Schwimmer waren…
Vom Wasser wie vom Lande – die Napali Coast bekommt definitiv 5 von 5 Sternchen!
Den letzten Tag lassen wir dann in unserem Resort Spa ausklingen und sind einfach mal richtig faul… muss zwischendurch auch mal sein 😉

Der Rückflug nach Oahu steht an, denn wir fliegen von Honolulu aus nach Australien. Unsere allerhezliebste Kathrin hat ihre Diebeskünste walten lassen und uns unsere Schweizer Führerscheine nach Ohau zu unserem Kapitän geschickt (Wir sind Dir unendlich dankbar liebste Kathrin!!!!). Also – one more time – ein Auto mieten und rüber auf die andere Seite der Insel rasen wo das 75 CHF teure Paket schon auf uns wartet.
Am nächsten Morgen geht unser Flug nach Melbourne um 9:30… eigentlich genug Zeit um zuvor noch unsere Heiratsurkunde im Department of Health einzureichen und den Mietwagen abzugeben… eigentlich…
Es gibt Menschen die aufstehen wenn der Wecker klingelt, es gibt Menschen die aufstehen wenn er ein zweites Mal klingelt und es gibt Melanie. Lange rede kurzer Sinn, anstatt um 7:45, wie geplant kommen wir um 8:20 im DoH an und sind natürlich nicht die Ersten. Also Nummer ziehen und warten. Alles was wir jetzt NICHT haben ist Zeit, aber der Beamte bleibt auch auf wimmernde Nachfrage hart und wir müssen brav warten bis wir dran sind. Einer der Momente im Leben den man eigentlich nicht unbedingt erleben muss. Als unsere Nummer endlich aufleuchtet liegen die Nerven nicht nur bei uns blank und der nette Herr am Schalter vertippt sich bei unserem Anschriften auch noch zweimal. Sein Lachen als wir im auf seine Frage wann unser Flug geht antworten werde ich so schnell nicht vergessen. Schwarzen Humor finde ich super – so lange ich den Witz reisse 😉
Und wieder einmal sprinte ich vom DoH in Honolulu zu einem Mietwagen – schon fast Routine… während unserem Spurt gehts schon in die Detailplanung. So viel ist klar – seriell ist nichts mehr zu retten… Aufteilen ist unsere einzige Chance. Mit “minimal” überhöhter Geschwindigkeit rasen wir zum Flughafen. Ein Glück, dass wir uns in Honolulu inzwischen gut auskennen! Ich werfe Melli mit den beiden schweren Gepäckstücken am Terminal raus – hektisch machen wir noch einen Treffpunkt vorm Security Check aus und weiter gehts für mich zur Mietwagen Rückgabe. Irgendetwas passt dort nicht und ich soll mich im Büro melden… what? No way – was auch immer falsch sein mag – scheiss egal! Ich habe ca. 1.2km mit zwei Handgepäckstücken im Dauerlauf bei 35 Grad vor mir. Also im Vollspurt am Office vorbei in Richtung Airport. Einen Rucksack vorne und einen hinten. Auf diesen 1200 Metern sind mir x-mal Gedanken wie “ein Herzinfarkt mit Ende 30 geht in der Regel tödlich aus” oder “wenn sie noch einmal den Wecker weiter stellt dann …” oder auch “wird er bremsen, auch wenn da kein Zebrastreifen ist?” durch den Kopf. Irgendwann, kurz nach dem Gedanken “warum läuft mir mein Stirnschweiss eigentlich immer in die Augen?” bin ich tatsächlich am richtigen Terminal angekommen und ein bezaubernd schöne, blonde Silhouette rennt winkend auf mich zu. Ich muss noch persönlich am Checkin erscheinen sonst darf ich nicht fliegen. Einen Vorteil hat das Ganze – wir dürfen die VIP line durch den Security Check nehmen… obs das wert war?
Pitsch nass und völlig am Ende – aber im Flugzeug!!! Echt geschafft…. krasses Teamwork – muss ich trotzdem kein zweites Mal haben 😉

So endet unsere USA Reise sehr “idyllisch” und “ruhig”. Weiter geht es nach Australien! Zwar erst einmal für nur drei Wochen an die Ostküste aber wir haben ja noch drei Monate für den Rest Australiens eingeplant.
FAZIT: Kauai ist super schön und sehr ruhig. Reisen im Backpacker Style aber eher schwer.

WIN: Teamwork!

FAIL: “Nur noch eine Minute…”

Lesson learned: Alles ist möglich, man kann es aber auch einfacher haben….

 

USA – Hawaii – Big Island

Für Melli und mich geht es nach schmerzlicher Trennung von Ihren Eltern weiter nach Big Island. Diesmal haben wir leider nicht so viel Glück und bekommen den reservierten Mietwagen wirklich nicht. Hartnäckig bleiben zahlt sich manchmal doch aus – beim fünften und letzten Mietwagen-Anbieter stellen wir unsere “Taktik” von “ehrlich währt am längsten” auf “weniger ist mehr” um und – Bingo! – die Dame am Schalter hat null Plan von Führerscheinen und nimmt dankend unsere International Driving permit an! Die Karre kostet uns zwar fast doppelt so viel, aber ohne Auto geht auf den Hawaii Inseln maximal ein “all inc. Resort Urlaub”… und der kommt sicher nicht in Frage.
Auf Big Island campen wir nur in unserem geliebten Zelt und sparen so viel Geld für die sehr teuren Übernachtungen – ausserdem: Campen > Hotel. Was finden Menschen nur an Hotels???

Los geht es gleich mit einem echten Highlight – Manta Ray Schnorcheln! Relativ spontan entscheiden wir uns dafür mit diesen Giganten der Meere plantschen zu gehen. Die Story, die erklärt warum hier ein ganz spezieller Spot ist um diese, bis zu 4 Meter Spannweite grossen Geschöpfe zu bewundern ist durchaus erzählenswert.
Irgendwann Ende der 70er begann das Sheraton Hotel an der Küste die brechenden Wellen nachts mit dicken Scheinwerfern für seine Gäste zu beleuchten. Kurz darauf sind vielen Einheimischen und auch Touristen immer wieder grosse, dunkle Schatten im Wasser aufgefallen. Neugierig stiegen Taucher ins Wasser um dem Schattenphänomen auf die Spur zu kommen und sichteten einen kleinen Manta Ray (Spannweite ca. 2,5 Meter) dessen linke Kopfflosse verbogen war. Sie tauften ihn, bzw. sie liebevoll “Lefty”. Lefty war der erste Manta Ray der sich den hellen Scheinwerfer bei der Jagt nach Plankton zu nutzen machte. Das Plankton wird vom Licht angezogen und somit bietet der helle Spot nachts ein wahres Nahrungsparadies für Mantas. Lefty lebt noch heute und ist auf eine Spannweite von 4,2 Meter angewachsen. Zu einem ganz besondern Manta macht Lefty allerdings ihre Jagdmethode, die sie über die Jahre hinweg konditioniert und inzwischen an zahlreiche andere Mantas “weitergegeben” hat. Da Mantas einen sehr hohen “Wendekreis” besitzen und somit nur für kurze Zeit durch das Scheinwerferlicht gleiten hat Lefty irgendwann begonnen Backspins unter Wasser zu drehen um im Lichtpegel zu bleiben.
Leider hatten wir nicht die Ehre auf Lefty selbst zu treffen, doch nach wenigen Minuten im Wasser waren wir von zahlreichen Mantas umzingelt die sich wenige Zentimeter(!) unter uns einen regelrechten “Backspin-Contest” lieferten. Auch wenn man genau weiss, dass diese Riesen völlig harmlos sind, ganz ruhig bleibt der Puls auf keinen Fall. Unsere russische (dem Akzent nach zu urteilen) “Guide-in” kennt jeden einzelnen der Mantas beim Namen und weiss teilweise sogar woher einzelne Schrammen an den Tieren stammen.
Leider sind meine GoPro Aufnahmen und Bilder aus Versehen schon auf dem Heimweg, aber ich liefere definitiv hammer Bild- und Filmmaterial nach!

Weiter gehts in den Süden zum eigentlichen Hauptthema der grössten Hawaii Insel – den Vulkanen. Wir zelten sehr einsam mit lediglich zwei jungen und zur Abwechslung sehr weltoffenen Amis auf einem Campsite mitten auf dem, seit 1983 aktivem Vulkan Kīlauea. Die beiden Jungs haben, obwohl sie die Highschool abgebrochen haben eine sehr gute Allgemeinbildung und Reisen durch die ganze Welt – angefangen natürlich in den USA ;). Wir machen zusammen eine Wanderung quer durch einen erkalteten Krater und schauen uns anschliessend die von den beiden empfohlenen Spots rund um den Vulkan an. Unglaublich viel Lava, erkaltete Lava! Leider kosten uns die Ausflüge zur glühenden Version der Steinmasse ein bisschen zu viel. Noch bis August 2013 konnte man hier ohne Mehrkosten beobachten wie die heisse Lava ins Meer fliesst und für ein unglaubliches Naturschauspiel sorgt (Google Bilder “kilauea ocean”).

Als nächste Station peilen wir den inaktiven, aber viel höheren (4200m) Vulkan Mauna Kea an, auf dem über 10 gigantische Teleskope verschiedenster Unternehmen, Universitäten und Länder stehen. Leider braucht man ein 4WD Fahrzeug um die letzten Meter Strasse auf den Gipfel fahren zu dürfen. Wir fragen ganz frech ein Kanadisches Paar und haben Glück, die beiden sind sehr nett und nehmen uns mit. Oben angekommen stellen wir dann fest, dass die 4WD “Pflicht” wohl nicht sonderlich streng umgesetzt wird und man auch easy mit einem Honda Civic den Pass bewältigt. Autofahren ist Angesichts der eigentlich einfachen Schotterstrasse und der dennoch erschreckenden Unfallfotos, die einen vor ihr warnen sollen, wohl keine Stärke des durchschnittlichen Mauna Kea Touristen…
Der Sonnenuntergang ist der Hammer, wird aber dennoch vom nachfolgenden Sternenhimmel “getopt”. Kraaaaasssss kalt… für die letzten Langzeitbilder kann ich kaum noch Einstellungen an der Kamera vornehmen, so steiffgefrohren sind meine Finger. Hat sich voll gelohnt – sehr beeindruckend!

FAZIT: Tolle Insel – wenn man Vulkane und Lava mag ein Muss!

WIN: Nette Kontakte und Manta Rays!

FAIL: Glühende Lava verpasst 🙁

Lesson learned: Ein 4WD muss es nicht immer sein… und in den USA sollte man sich wirklich niemals ohne Handtuch um die Hüften am Strand umziehen!

 

USA – Hawaii – Oahu

Auf unserem Weg vom amerikanischen Festland nach Australien fliegen wir eigentlich fast genau über Hawaii – warum also nicht mal zwischenlanden…? Ok eine zwei Wochen Zwischenlandung ist eher ein kleiner Urlaub als ein Aufenthalt und wenn man schon mal verlobt in Hawaii landet, warum dann nicht gleich heiraten?! “Ganz so einfach” haben wir uns mit der Entscheidung für diesen Ort nicht getan, aber wir wollten unbedingt auf der Reise den Bund fürs Leben eingehen und unter Abwägung aller Umstände viel die Wahl dann eben auf Hawaii. Genau genommen auf einen alt 60er LSD Hippie im Batik T-Shirt mit Vollglatze, der in seinem “früheren” Leben Kapitän bei der Küstenwache war.

Los geht die Hawaii Story allerdings nicht ganz wie geplant… wir hatten bereits vor Antritt unserer Reise die Mietwägen auf den Hawaii Inseln gebucht, da man so wesentlich weniger zahlt als Vorort… so weit so gut – wenn da nicht das Thema Internationaler Führerschein wäre. Den soll man sich ja unbedingt holen, bevor man eine so lange Reise antritt – klar jeder denkt jetzt wir hätten uns keinen Internationalen Führerschein geholt – haben wir aber – ganz wie es sich gehört! Hätte ich mich noch ein wenig genauer mit dem Thema befasst, wäre ich nicht so ein alter Besserwisser und hätte ich keinen “Wir müssen Gewicht sparen bei so einer langen Reise”-Film geschoben – tja – dann hätte ich vielleicht auch meinen Schweizer Führerschein mitgenommen… (ausserdem hatten wir echt stressige Tage vor der Abreise… [*nach Ausreden such*]) – habe ich aber leider nicht und Melli auf meinen (bescheuerten) Rat hin ebenfalls nicht. Da stehen wir jetzt also am Dollar Car Rentals Schalter in Honolulu auf Oahu und werden nach unserem “originalen” nationalen Führerschein gefragt… den Internationalen hätten wir getrost weglassen können, nach dem fragt einen kein Schwein…
Es hilft kein Reden, Überreden, Diskutieren, Verdrehen und auch kein “Katzenblick”… das Auto bleibt wo es ist und wir rücken per Pedes ab in Richtung Starbucks. Hui – ich sags ja nur ungern – aber dat Stimmungstief überwindet man nur schwer… krass waren wir angemadet… und Melli erst 😉
Hilft alles nix – eine Lösung muss her und zwar schnell – denn wir müssen noch aufs Amt – zum Departnemt of Health – unsere Hochzeitsgenehmigung abholen… ohne die wirds schwer mit Heiraten!

Ich beschreib mal lieber in Stichpunkten wies weiterging – man weiss ja nie wer so mitliest 😉
Einen Anruf (Nachts um 3 Ortszeit Germany) beim geliebten Bruderherz-Retter-in-der-Not (DAAAANKE!), eine Email mit Anhang, einen Starbuckskaffee, einige Minuten Photoshop und eine Email an den Dollar Manager später haben wir tatsächlich ein OK und unseren Wagen – inklusive guter Laune – priceless!
Ich würde die Aktion nicht unbedingt “kriminell” nennen – “lösungsorientiert” trifft es meiner Meinung nach eher 😉

Mission 1 accomblished – Misson 2 – critical! Es ist 15:44 und um 16:00 macht das Department of Health seine Schotten dicht. “Mitohne” originalem Führerschein, “angemessener” Geschwindigkeit und jeder Menge Stressschweiss unter den Armen kämpfen wir uns durch den Spätnachmittagsverkehr in Richtung DoH Gebäude… verfahren uns natürlich und kommen sprintender Weise (Melli kann echt schnell rennen!) und völlig fertig um Punkt eins VOR 16:00 UHR am Empfangsschalter an. Ein Hoch auf den sehr netten Herren, der uns mit einem mitfühlenden Gesichtsausdruck zwar verständlich macht, dass die zuständige Abteilung eigentlich schon um 15:30 dicht macht… merkt aber an, dass wir trotzdem mal vorbeischauen sollten – manchmal werden Ausnahmen gemacht.
Gesagt getan – und – WIN – wer völlig ausser Atem und super nett (Katzenblick war vor lauter Schnaufen nicht mehr drin) anfragt wird belohnt – wir sind wohl eine Ausnahme wert. Die ersten “Beamten” die ich kennenlernen durfte die so entspannt drauf sind.
Ich glaube es war Frage Nummer drei oder vier – “I need the passports of both of you..” auf die die bittere Erkenntnis, dass Melli meinen abgelaufenen Reisepass mitgenommen hat, folgte (ok – andere Story… ich weiss “wozu nimmt man den denn bitte auf eine Reise mit?!?!”… ich weiss… … .). Gerade wieder Puls um die 100 – schon wieder Richtung Auto sprinten. Aber wo ist der kack Reisepass??? Eigentlich verlege ich wirklich sehr selten etwas… wirklich! Auf jeden Fall ist er nicht aufzufinden. Also unverrichteter Dinge zurück ins DoH wo sich die Situation bereits entspannt hat – mein Perso langt auch! Ein Glück!!!
Der Reisepass liegt, wie von mir vermutet im Hotel an der Rezeption… wohl am Zimmer vergessen. Egal – Hauptsache ich habe ihn wieder!
Viel zu spät kommen wir endlich in unserer Unterkunft in Kailua an – fertig mit den Nerven – aber irgendwie hat’s wohl so sein sollen… als Belohnung darf man dann auch lecker Essen gehen!

Was für ein krasser Tag! Kann nur besser werden – zumindest was den Stress betrifft 🙂
Viel zu spät fallen wir ins Bett – der Wecker steht auf 3:10am – Sonnenaufgangsbilder zur Hochzeit – was für eine bescheuerte Idee… Sunrise Fotos ziehen sich wie ein roter Faden durch unsere Reisen!

Ein paar Stunden schlechten Schlaf (Aufregung gehört eben dazu!) später kommen wir relativ pünktlich bei Cpt. Howie an. Das Haus sieht hammer aus (er nennt es selbst “Hobbithouse” und das trifft es auch sehr gut) und der Garten ist sehr romantisch (kitschig trifft es irgendwie auch). Die restliche Storie gibt es nur auf pers. Anfrage – wir hatten auf jeden Fall sehr viel Spass und Cpt. Howie war wirklich super. Ein echt lässiger Typ der, wie wir beide finden, sehr passende Worte für uns gefunden hat und unsere Vermählung im Garten seines Hobbithauses zu einer sehr schönen Erinnerung geformt hat.
Als (super!) Überraschung haben uns Melli’s Eltern (sie wusste nichts davon), danach mit einem breiten Lachen und einigen tollen Geschenken von beiden Familien zum Frühstück abgepasst. Melli’s entgleisenden Gesichtsausdruck, als sie langsam realisiert hat, dass das wirklich ihre Eltern sind die uns da auflauern werde ich so schnell nicht vergessen – super süss und endlos lustig 😉
Wir haben uns wirklich sehr über diese gelungene Überraschung gefreut!!!

In den nächsten Tagen erkunden wir gemeinsam die Insel Oahu und haben viel Spass bei tollen Sonnenuntergängen, Krabben essen und kleinen Wanderungen.

FAZIT: Sehr schöne Insel, wenn man Waikiki meidet 😉

WIN: Gelungene Überraschungen!

FAIL: An der Hochzeit krank werden.

Lesson learned: Führerschein bleibt Führerschein und driving permit bleibt driving permit…

 

USA – Burning man

Burning man in Worten zu beschreiben wäre so als würde man versuchen richtig guten Sex, den ersten Vollrausch, den Geschmack von Nutella, 280 km/h auf einer Bimota und einen Fallschirmsprung – gleichzeitig und in einem Satz zu erklären… ich versuche es gar nicht erst und poste lieber nur ein paar harmlose Fotos… (Sorry Sven – ich habe noch immer kein gutes Internet gefunden um Deine Bilder runterzuladen!!!)

FAZIT: Livechanging – for sure…

WIN: -zensiert-

FAIL: -zensiert-

Lesson learned: -zensiert-

 

USA – Yosemite NP

Eines unserer Ziele in den USA, welches wir mit der wohl grössten Erwartungshaltung auf dem Plan hatten war der Yosemite National Park, den auch die Amis lieben. Leider ist er genau deswegen sehr oft überlaufen und wir hatten ein wenig Schiss keinen freien Stellplatz mehr zu ergattern. Aus diesem Grund haben wir uns gleich für einen eher abgelegenen Campsite weiter oben und etwas ausserhalb entschieden. Die Nächte waren EISKALT – man glaubt kaum wie viel da jeder Höhenmeter ausmacht!!! Ein Hoch auf die Feuerstellen – und dieses Mal haben wir sogar Kohlen!
Wieder gibt es Bärenlocker und dieses mal ……. nehmen wir das Thema durchaus ernst 🙂
Unser Ultralight Zelt (MSR Hubba Hubba) kam bisher noch gar nicht zum Einsatz und das wollen wir hier unbedingt ändern. Also stand eine Mehrtages-Wanderung auf dem Programm… genau genommen einen Zweitages-Wanderung… man sollte es ja nicht gleich übertreiben 😉
Laut Internet und Reiseführer muss man die schönste Route, hoch auf den Halfdome schon Monate vorher buchen. Wir fragen trotzdem im Visitor Center nach und haben tatsächlich Glück!
Genau genommen MEIN Glück… wenn man einen Antrag auf so einer Reise macht, dann sollte der Ort der Wahl schon ein besonderer sein… schliesslich hat die Erinnerung daran gegen unglaubliche viele andere Eindrücke zu bestehen (ausserdem hat Fabi die Messlatte im Freundeskreis extrem hoch gelegt… DANKE)! Den Ort macht nicht nur der Berg so besonders, sondern auch die Tatsache, dass ich Höhenangst habe und der Aufstieg vom Subdome auf den Halfdome extrem schlimm für Menschen mit diesem Handikap sein soll… sozusagen Mutprobe, Liebesbeweis und Trotz-Adrenalin-richtige-Worte-find-Probe in einem. Also den Ring eingepackt und noch so ein paar andere Sachen, bis der 80 Liter Rucksack dann auch fast voll war…

Wie ich, während des Aufstiegs schmerzlich lernen musste nehmen nur sehr unerfahrene, oder extrem fitte Hiker einen ganzen Leib Brot, eine Dose Tomatenpürre und diverse andere viel zu schwere Gegenstände mit auf so eine Wanderung…. Ich weiss nicht ob ich es bis zum Zeltplatz geschafft hätte, wäre da nicht diese Zusatzmotivation gewesen… der Ring muss endlich an den Finger!
Der Aufstieg war, für mich ein Wechselbad aus Leiden und Staunen – super schön und super anstrengend… Melli ist, wie immer, fit wie ein Turnschuh den Berg hochgespurtet… (wie macht sie das nur???)

Wir bauen nur kurz das Zelt auf, fassen Essen und weiter gehts ohne Gepäck, denn das Ehrgeizige Ziel heisst “Aufstieg auf den Halfdome an einem Tag”. Ohne den schweren Rucksack bleibt endlich Luft zum Ratschen 😉

Am Subdome angekommen bin ich dann gaaaaanz schön aufgeregt… das liegt sicher nicht nur am Ring… (und der Tatsache, dass ich überhaupt nicht mehr weiss was ich noch mal genau sagen wollte), sondern auch an den zwei locker gespannten Drahtseilen, den komischen Holzbalken (die wohl Stufen dienen sollen), dem extrem glatten, riesigen Felsen und der heftigen Steigung. Hand aufs Herz – warum lassen die da Leute ohne Sicherung hoch???
Scheiss egal – nach ein “paar” Minuten Bangen nehmen wir allen Mut zusammen, schnappen und jeweils ein Paar Handschuhe (die lassen Hiker dort oben für andere Hiker liegen, denn ohne Handschuhe ist der Aufstieg nicht machbar) und schwingen uns an die Seile. Melli geht vor mir – schon auf den ersten Metern merken wir, dass unser Schuhwerk nicht wirklich für eine solche Anforderung gemacht ist. Melli rutscht mehrmals ab und bei mir sinkt mit jedem Mal Mut und Wille steil ab… Was wenn einem von uns wirklich etwas passiert? Hier endet ein Fehler nie mit einer Verletzung sondern immer mit einem “Schlusspunkt”. Der Runde Felsen endet nämlich auf beiden Seiten in eine, fast senkrecht abfallende und mehrere hundert Meter hohe Steilwand.
Nach ca. 50 Metern (immerhin fast die Hälfte) brechen wir ab und mühen uns auf den Subdome zurück. Für Melli die pure Erleichterung, für mich Plan C? Einen Plan B sollte man ja immer haben… aber wer denkt schon an Plan C? Keiner von uns beiden (und das ist auch gut so ;)) weiss noch genau welche Worte ich dann gefunden (es waren sicher mehr gesuchte…) habe – auf jeden Fall hat Sie “Ja!” gesagt und endlich konnte ich den Ring an ihren Finger stecken (Mist – er ist ein bisschen zu gross…).

Während wir noch mitten im “krass – verlobt!!!”-Feeling die Aussicht geniessen geben dann noch diverse andere Hiker, vom Muskelbepackten Hünen bis zur sportlichen Kletterlady auf. Wir sind uns sicher, dass der “Gruppenfaktor” hier viel geholfen hätte, aber alleine oder zu zweit scheint einem der Mut oder auch der Wahnsinn für diesen Aufstieg zu fehlen. Wir wagen keinen zweiten Anlauf (weder beim Text für Antrag noch beim Aufstieg) und wandern erleichtert zurück zum Basislager.

Unsere Kaufentscheidung bestätigt sich als super und die erste Nacht im nicht ganz so billigen Zelt war top. Krass wie schnell sich sowas aufbauen lässt!!!

Am nächsten Morgen gehts an den Abstieg, der mir ohne Tomatenpüree und Brot gleich viel leichter fällt – ok ein Stein ist mir ja auch vom Herzen gefallen (der Ring gefällt ihr super!!! oleee!) und sooo leicht ist der Ring auch nicht 😉 (Ausserdem haben wir nur noch Chlorwasser – und davon wenig…)

Wir brechen auf – über Bodie, den Lake Tahoe und Reno – in Richtung – BURNING MAN!!!!

FAZIT: Nicht der beeindruckendste National Park, aber irgendwie trotzdem ein Muss.

WIN: Einfach mal “Ja!” sagen!

FAIL: Tausche Brot und Tomatenpüree gegen Seil + Karabiner!

Lesson learned: Einen Plan haben ist Bronze, zwei Pläne haben ist Silber, gar nicht planen ist Gold.

USA – Sequoia NP

Extrem lang, unglaublich dick und verdammt hart! So, oder so ähnlich könnte man viele Dinge beschreiben aber am treffendsten passt es wohl auf einen Sequoia!
Ich habe meinen Gesichtsausdruck nicht mehr genau vor Augen, aber ich wette um ein Bier, dass mein Mund weit offen war als wir vor dem ersten Baumriesen standen. Die Amerikaner haben diesen Giganten auf den klangvollen Namen “General Sherman” getauft. 84 Meter hoch, 8 Meter dick und ein Volumen von über 1400m³. Ich habe wirklich alles gegeben um diese unglaublichen Ausmasse aufs Bild zu bekommen, aber so 100%ig kommt trotz aller Mühe nicht rüber WIE heftig riesig diese Bäume sind. Der älteste ist schon über 3000 Jahre alt. Die normalen Bäume ringsum wirken dagegen wie kleine Streichhölzer… man stelle sich Philipp Lahm und Shaquille O’Neal zusammen unter der Dusche vor…

Sichtlich begeistert von diesen gewaltigen Uhrgesteinen freuen wir uns schon auf unseren ersten Trail quer durch den Wald in dem es ausser riesigen Sequoias auch noch relativ viele Schwarz-Bären gibt. Dank der Bären muss man auf den Campsites alles was nach menschlichen Nahrungsmitteln riecht oder darauf hindeutet (Zahnpasta?) in sog. Bearlocker sperren. Jeder Stellplatz hat eine solche Stahlbox, mit der verhindert wird, dass der Bär an unser Essen gelangt und dem Campsite dann regelmässig einen Besucht abstattet. Wir räumen also (fast) alles wie angegeben in den Bearlocker und starten los – 100%ig sicher, dass die Sache mit den Bearlockern doch sicher übertrieben ist und wir eh keinen Bären sehen werden. Da es schon recht spät nachmittags ist sind wir fast alleine auf unserem Trail. Viel Ruhe und Zeit für ausgiebig Staunen, Fotos und Ratschen…
Bis genau in dem Moment in dem ich Melli’s Redefluss kurz unterbreche – “Melli Du schaust aber schon auch wegen den Bären!?!” – ein kleiner junger Schwarz-Bär keine 20 Meter vor uns fiepsend über den Weg rennt und auf einen Baum klettert um sich vor uns in Sicherheit zu bringen. Bei uns beiden schrillen die Alarmglocken auf – vor Bärenmüttern wurden wir gewarnt – die können wohl sehr aggressiv werden , wenn man dem Nachwuchs zu Nahe kommt. Nur wie Nah ist “zu Nah”??? Es dauert keine Sekunde und da kommt auch schon die Mutter angerannt und stellt sich schützend unter den Baum. Einer der Momente in dem man zwar immer noch froh ist ein Weitwinkelobjektiv auf der Reise dabei zu haben, aber auf der Kamera macht es sich genau in diesem Moment extrem schlecht.
Ich flüstere zu Melli “jetzt aber ganz langsam” und Melli versteht “jetzt aber schnell weg”… sie dreht sich also um und bringt sich mit schnellem Schritt in Sicherheit während ich meinen Rucksack behutsam auf den Boden lege um das Objektiv zu wechseln… schliesslich will man(n) ja ein halbwegs gutes Foto von einem solch einmaligen Moment! Objektiv-Wechsel machen wir in solchen Momenten eigentlich immer zu zweit um Dreck und Staub im Kamera Body zu vermeiden… in diesem Fall war ich so verunsichert von Melli’s “Fehlen”, dass ich einfach schnell zwei Bilder mit dem Weitwinkel geschossen habe um mich schnell ihrer Flucht anzuschliessen.
Wir ärgern uns heute noch, dass wir nicht stehen geblieben sind… leider haben wir erst NACH unserer ersten Bärensichtung den “Lehrfilm” im Campsite Cinema angeschaut, sonst hätten wir gewusst, dass 20 Meter eigentlich ein guter Abstand sind und wir in keiner echten Gefahr waren. Trotzdem waren wir erleichtert ohne weitere Aufregung davon gekommen zu sein und – hey – wir haben tatsächlich eine kleine Bärenfamilie gesehen – am ersten Tag!?! Trotzdem ist Melli’s Meinung zur Überraschung “Aller” in diesem Fall nicht “es geht ja nicht nur ums Foto!” 😉

Leider ist es bei dieser einen Begegnung mit Mutter Bär geblieben – in Erinnerung wird sie uns allemal lange bleiben genauso wie Melli’s “Bärentanz”…

Nach einem, wieder einmal aufschlussreichen Ratsch mit einem echten Bilderbuch-Südstaaten-Ami (muss ich mir wirklich sorgen machen, dass ich in Deutschland keine Waffe besitzen darf um mich vor dem Staat zu schützen… man weiss ja nie!) beenden wir den aufregenden Tag mit einem lecker Grill-Fisch.

Am nächsten Tag finden wir auf unserer zweiten Wanderung wieder viele gigantische Bäume, fast frische Bärenkacke und einen beinahe ausgetrockneten Wasserfall – aber leider keine Bären 🙂 (Das Weitwinkelobjektiv habe ich sicherheitshalber gar nicht mitgenommen!)
FAZIT: Muss man gesehen haben!

WIN: Vertikal-Panorama… (General Sherman Foto).

FAIL: Weitwinkelobjektiv bei einer Bärensichtung!

Lesson learned: Wegrennen ist nicht immer die beste Lösung 😉

 

USA – Las Vegas

Very bad things” – Wer diese geniale Komödie nicht kennt – ANSCHAUEN! Auf jeden Fall hat dieser Streifen bei mir schon damals Las Vegas zu einer Party-Jungesellenabschied-Vollgas-Hochburg werden lassen und spätestens seit Hangover war ich mir sicher, dass Las Vegas rockt – zumindest in meiner Vorstellung. Um ehrlich zu sein war mir natürlich schon klar, dass die wenigsten Amis so feiern wie wir das gerne tun und nur in den allerwenigsten Fällen hören sie gute Musik. Wie sollte also Las Vegas meinen Vorstellungen gerecht werden? Gar nicht… ich “hasse” Las Vegas (ok “hasse” ist leicht “übermelodramisch”… aber es is ja MEIN Blog ;))! Keine Stadt hält einem den Spiegel der Verschwendung und Masslosigkeit mehr vor die Augen als Las Vegas. Mag sein, dass die Menschen die dort tatsächlich Spass haben. einfach nur die Augen schliessen oder blind geboren sind… ich bin damit null klar gekommen. Die Stadt will nur eines – DEIN Geld – und zwar nicht dein, für die Stadt geplantes Budget sondern ALL dein Geld. Will man am Strip in ein nur 800 Meter entferntes Geschäft um sich einen Ethernet Adapter für den Laptop zu kaufen muss man, wenn man schnell geht mindestens 60 Minuten dafür einrechnen!!! Es gibt keinen direkten Weg – der wurde mit voller Absicht so gut es nur geht an diversen Stellen blockiert um einen durch JEDES Casino und JEDE Shopping Mall zu schleusen die auf dem Weg liegen könnte. Und nicht dass man jetzt annimmt man wird nur mal eben kurz ins Casino geleitet und kommt easy wieder raus – no way… vom ersten lärmenden Spielautomaten bis zum letzten unter weiter durch die Casino eigene Mall wird man “zwangsgeschleust”. Alles kostet viel mehr und überall lärmt und nervt es… schreckliche Mukke und viel zu viele Menschen. Die stecken bei 40 Grad im Schatten arme Mexikaner in Ganzkörper-Superhelden-Kostüme und lassen sie Werbetafeln oder auch mal nur einen roten Pfeil “animieren” (sog. “walking acts”)?!?
Egal – ich hör ja schon auf zu meckern… Las Vegas – einmal und nie wieder! Bin ich froh, dass es nie zu einem Jungesellenabschied in unserem Freundeskreis in Vegas kam… so viel “Schöntrinken” verkraftet meine Leber niemals…
Bilder gibt’s so gut wie keine – war mir die Stadt einfach nicht wert.

FAZIT: Weiträumig umfahren, oder zumindest den Strip meiden… aussen rum ist es eine recht “normale”, typisch amerikanische Stadt.

WIN: Hustler Sexshop.

FAIL: Die Stadt?

Lesson learned: Vorstellung und Realität neigen manchmal (eigentlich bekannter Weise) dazu weit auseinanderzugehen…

 

USA – Zion NP

Next Stop – Zion! Rote oder blaue Pille? Ganz klarer Fall – Rot ist die Farbe, die in Zion sofort ins Auge sticht. Als “Strassen”-Fan kann ich mir nur vorstellen, bzw. ist mir 100% klar, dass die Jungs den Asphalt hier mit voller Absicht rot gefärbt haben… in Kombination mit dem extrem akkurat gezogenen Doppel-Mittelstreifen passt die Strasse ins Landschaftsbild wie ein knapper Bikini auf ein Short-Board! Krasser Anblick – eine rote Strasse schlängelt sich geschmeidig durch die gleichfarbigen Felsgiganten. Definitiv wie aus einer anderen Welt…
Da wir durch den nordöstlichen Eingang kommen, “müssen” wir noch durch einen langen Tunnel, um ganz ins Tal zu gelangen. Die Aussicht am Tunnelende kann man (ich) nicht mit Worten beschreiben – einfach sowas von massiv und gigantisch – mega – wie der Schweizer sagen würde!
Leider haben wir etwas Pech mit dem Wetter und erwischen einen, von durchschnittlich drei Regentagen im Jahr. Trotzdem entscheiden wir uns dazu, den schönsten und laut Broschüre anstrengendsten Track mit dem passenden Namen “Angels Landing” zu machen. Angeblich ein sechs Stunden return Track und die Zeit wird echt knapp für uns – es ist schon kurz vor vier. Wir geben Gas und sind nach etwas mehr als einer Stunde auf dem letzten Plateau vor dem finalen Aufstieg am Kabel angekommen. Die Zeitangaben an den Tracks kann man in den USA locker halbieren, wenn man halbwegs fit ist. Es regnet zwar nicht schlimm, aber Donner und Blitz werden lauter und spätestens als sich die 40 singenden, jüdischen Teenager (war echt so!) ans Kabel schwingen, ist bei mir die Luft raus. Die Kombi ist für meine Höhenangst einfach ne Nummer zu viel… Melli wäre natürlich trotzdem hoch – ich hab einfach zu viel Respekt davor, dass einem von uns etwas passieren könnte und halte die junge Dame in Zaum (wer schon einmal mit Melli wandern war, weiss was/wen ich damit meine…).
Im Nachhinein bereut man dann doch immer nicht ganz oben gewesen zu sein… next time!

Wir bekommen auf freundlichste Nachfrage (ausserdem haben wir den Katzenblick ausgepackt) gerade noch einen Stellplatz auf dem wieder einmal super schönen Campsite. Ein langer Abend-Ratsch mit dem Ami neben uns zeigt mir erneut, wie “nah und doch so fern” man sich ist.

Am nächsten Morgen Ernüchterung… immer diese kack Wettervorhersagen… “trau keiner Vorhersage, die du nicht selbst gefälscht hast!” – es regnet… Tag Nummer zwei von den drei Regentagen pro Jahr – Volltreffer? Sogar der Busfahrer, der uns mit dem Shuttlebus ganz tief ins Tal fährt, reisst Witze über den Regen und wie glücklich man sich doch schätzen kann, so etwas Seltenes hier mitzuerleben… FU!
Wir starten dort den gewagten “Narrows-Trail”. Eine Wanderung durch den Fluss, immer tiefer in die Schluchten flussaufwärts, bis zur sog. Wallstreet. Nach dem Regen des Vortages und der Nacht kann es zu sog. Flash Floods kommen, die mitten im Fluss zwischen steilen Steinwänden lebensgefährlich werden können. Wir gehen also davon aus, die Wanderung so gut wie alleine anzutreten. Pustekuchen… es gibt wohl viele Mutige (oder Dumme?) unter uns Touristen… egal – im Falle einer Flash Flood gibt es so viel mehr “Treibgut”, an dem man sich festklammern kann.
Umso weiter wir den Fluss hochlaufen, umso enger werden die Felswände und umso mehr “Dumme” drehen um… Irgendwann sind wir dann wirklich ganz schön alleine. Als uns schliesslich auch noch ein Typ entgegen kommt der meint, es seien noch 40 Minuten bis zur Wallstreet und hinzufügt es werde langsam gefährlich, sind auch wir ziemlich verunsichert. Ob mein Seepferdchen-Abzeichen für eine Flash Flood wohl ausreicht? Wir knipsen ein paar letzte Selfies und drehen mit gemischten Gefühlen um. Zwei Tage in folge kurz vor dem Ziel abbrechen ist nicht unser Ding und fühlt sich madig an… dat muss besser werden!!!
Bei strömendem Regen sagen wir dem bisher beeindruckendstem Nationalpark auf Wieder(!)sehen und fahren los in Richtung Las Vegas.

FAZIT: Wer Zion nicht gesehen hat, kann die Matrix nicht verstehen… oder so ähnlich.

WIN: Regenjacken und Schuhe die schnell trocknen!

FAIL: Wettervorhersagen…

Lesson Learned: Campsites kann man buchen – gutes Wetter nicht!

 

USA – Bryce Canyon

Nachdem wir uns dazu entschieden haben, Monument Valley und den Arches National Park auszulassen, ist unsere nächste Station der Bryce Canyon. Um weiterem Reise-“Stress” vorzubeugen wollen wir dort gleich zwei Nächte bleiben und die seltsamen Gesteinsformationen in aller Ruhe angehen. Wie in bisher allen US-Nationalparks gibt es auch hier super schön angelegte Campsites zu sehr günstigen Preisen. Die WCs sind in der Regel sehr sauber und die Plätze angenehm weitläufig angelegt. Einziges Problem ist immer wieder das Duschen, denn Duschen gab auf den staatlichen Campsites bisher nie. Zum Glück, oder besser gesagt zum Glück der Anderen, gibt es im Bryce Canyon National Park eine zentrale “Bezahl”-Duschstation, von der wir nach unserem ersten kurzen Ausflug durch die Schlucht auch gleich gebrauch machen. Man glaubt es kaum, wie wichtig einem Duschen nach zwei (oder auch mal drei) Tagen werden kann 😉
Die Wanderung durch die Steinriesen war sehr beeindruckend, nur leider kam angesichts der zahlreichen anderen Touris kein echtes “Yeah – wir Zwei!” sondern eher ein “Aha – SO viele?” Feeling auf. Zahlreich gibt es hier nicht nur Touristen, sondern auch super klene (soooo suess!) Chipmunks! Die sind ja so lustig… extrem hektische und winzige Zeitgenossen, die rumsteuern wie auf Redbull (oder eher Speed?).
Einer der Viewpoints heisst “Sunrise Point” und da kommt mir der Gedanke – wir könnten unsere, noch in den Kinderschuhen steckenden Frühaufsteherfähigkeiten doch gleich mal auf die Probe stellen und ein paar Sunrise Bilder knipsen!!! Und alle so “Yeah!” – nur Melli nicht 😉
Einige Minuten und einige überzeugende Argumente (fragt nicht – mir fallen keine Pros zum Thema Frühaufstehen mehr ein!) später wird also der Wecker auf 5:00 gestellt, um auch wirklich pünktlich an besagtem Viewpoint zu stehen. Wer uns kennt glaubt mir jetzt sicher nicht, dass wir tatsächlich aus den Federn gekommen sind und pünktlich um 5:40 zum Sonnenaufgang dort waren! Nach einigen Minuten frieren und warten ist der Himmel irgendwie noch immer sehr, sehr schwarz… strange…
Wer bitte denkt denn auch, dass Utah und Arizona unterschiedliche Zeitzonen haben und die Sonne folgerichtig hier nicht um 5:40 sondern um 6:40 Uhr aufgeht…!
Gut, dass wir zwei Vollpfosten so lange gebraucht haben, dieser Tatsache auf die Schliche zu kommen und es sich nicht mehr wirklich lohnt, noch einmal zum Van zurück zu gehen. Also warten und frieren wir noch brav weitere 45 Minuten, bis wir endlich unsere Sunrise Bilder knipsen. Was für eine bescheuerte Aktion und spätestens seit den Rinjani-Sonnenaufgangsbildern sollten wir doch eigentlich wissen: Sunset > Sunrise.
Zur Belohnung gönnen wir uns noch einmal ein kleines Nickerchen im Van. Ausgeschlafen geht’s los auf unsere zweite und diesmal lange Wanderung durch den Canyon. Das Wetter ist zwar eher von Wolken geprägt und der Wind hat deutlich zugenommen, dafür sind kaum Menschen auf unserem Track unterwegs und wir schlendern gut gelaunt durch die Hoodoos (siehe Foto). Ein Hoch auf unsere Regenjacken… aus Wind wurde Sturm und aus dunklen Wolken wurden richtig dunkle Wolken, die das tun, was sie am besten können – regnen. Wir überleben das Unwetter “knapp” und ziehen, bei leichtem Nieselregen und ab und an ein wenig Sonne, durch, was wir angefangen haben.
Eine abwechslungsreiche und lustige Wanderung – fast alleine 🙂

FAZIT: Absolut sehenswert und wenn man sich einen der langen Tracks aussucht, ist fast nichts los in der Schlucht.

WIN: Regenjacken immer dabei haben!

FAIL: Sunrise Fotos inkl. Zeitumstellung.

Lesson learned: Früh aufstehen lohnt sich in der Regel nicht 😉

 

USA – Antelope NP

Unglaublich – zum ersten Mal kommen wir wirklich früh los und starten vom Grand Canyon in Richtung Antelope Canyon. Es gibt einen “upper” und einen “lower” Antelope Canyon und aufgrund der recht hoch stehenden Sonne entscheiden wir uns für den unteren Part, der zu dieser Tageszeit die schöneren Lichtverhältnisse bieten soll… ausserdem war die Autoschlange vor dem oberen Part viiieeellll zu lang! Trotzdem müssen wir über eine Stunde warten bis wir an der Reihe sind und nutzen die Zeit, um unseren Lebensmittelvorrat in Page aufzustocken.

Also ohne Klimaanlage wäre die Hitze hier definitiv eine Nummer zu krass… In einer kleinen Gruppe geht es mitsamt Guide in den Canyon. Wir werden eindringlich darauf hingewiesen, dass wir aus dem Canyon fliegen (wie auch immer das genau ablaufen soll???), wenn a) wir zu langsam sind und uns der Guide der nachfolgenden Gruppe einholt oder b) wir zu weit vor laufen und uns unser Guide aus den Augen verliert.
Wir entscheiden uns, lieber Schlusslicht zu spielen… vielleicht klappt`s ja so mit dem ein oder anderen Foto trotz fehlendem “Fotopass”. Der hätte einem zwar 45 Minuten mehr spendiert aber sage und schreibe 50$ pro Person gekostet – NO WAY! Ausserdem habe ich ja gar kein Stativ dabei und ohne Stativ wird`s mit meiner Kamera nicht leicht, halbwegs scharfe Bilder ohne übelst Rauschen hinzubekommen.
Die Steinwindungen und Kurven im Canyon sind wirklich wunderschön und wirken fast schon unecht sanft. Der Guide beeindruckt die Gruppe noch mit seinen Fotokünsten und bekommt mit weissabgleich-Fakes sogar mit einem iPhone, zumindest auf den ersten Blick, tolle Bilder hin. Ich kann’s natürlich nicht lassen und bitte ihn, ein Foto von uns mit meiner Kamera zu machen, um zu sehen, was er denn alles so einstellt. Gar nicht mal soooo planlos, aber eher etwas für den “Aha”-Effekt auf dem Kameradisplay als für eine solide Nachbearbeitung.
Das mit dem fehlenden Stativ im Antelope verhält sich ähnlich wie mit dem fehlenden Tele bei den Walen – es schmerzt 🙁
Egal – wie Melli zu sagen pflegt “es geht ja nicht nur ums Foto!”. Das Beste daraus machen und den Anblick einfach geniessen, denn der ist mal wirklich Hammer!
Wir haben echt viel Spass als Schlusslichter, nur diese strangen Chinesen, die sich von der nachfolgenden Gruppe gelöst haben, uns überholen wollen und somit ständig in unsere Bilder laufen. Also der “gemeine” Chinese (natürlich nicht jeder) und ich – ne, Freunde werden wir nicht mehr… oft ein unglaublich unfreundliches und rücksichtsloses Volk, dass in der Regel gleich in ganzen Horden auftritt, kein Wort Englisch sprechend jegliches Feingefühl vermissen lässt und wenig echtes Interesse an irgendetwas anderem als einem “proof it”-Selfie hat (am besten mit einem Samsung-Tablet). Mein böser Blick und demonstratives Weg versperren machen dann scheinbar doch klar, dass da nix mit Überholen geht und wir haben wieder halbwegs unsere Ruhe. Cool war’s und ein paar ganz gute Bilder sind dann doch noch entstanden.

Gleich um die Ecke liegt der “Horseshoe Bend”, eine Windung des Colorado Rivers der sich hier in Hufeisen-Form knapp 300 Meter tief ins Erdreich gegraben hat. OMG, was für ein krasser Anblick und OMG, wie krass fährt einem da bitte die Höhenangst ein?!?! Die Wand fällt so steil ab, dass man kein Ende mehr sieht und selbst Boote auf dem riesigen Fluss wirken nur wie Flecken auf der Linse. Die Bilder ganz nah von der Klippe runter auf das leuchtend grüne Wasser muss Melli schiessen, mich bringt nix so nah an den Abgrund (ausserdem war’s windig!!! ein bisschen…). Einer der Momente in denen man weiss(!): “es hat sich gelohnt, das Weitwinkel-Objektiv mitzuschleppen”.

Horseshoe Bend war ein echter Volltreffer und beeindruckt stechen wir weiter in Richtung Monument Valley… bis mir irgendwie die Fahrerei zu viel wird… es sind – wie bereits angemerkt MEILEN und nicht Kilometer. Ein Ami hat mir beim Fussballspielen kurz vor der Reise vom Lake Powell vorgeschwärmt, der ganz in der “Nähe” ist. Jeder hat eine zweite Chance verdient, sogar die Amis!
Keine Ahnung ob es Statistiken zum Thema “zweite Chance genutzt oder verhauen” gibt – Lake Powell ist ja mal sowas von typisch Ami und somit einfach null unseres. Direkt am Seeufer entlang geben sich die fetten RVs die Türklinke in die Hand. Bei lautem Dieselgenerator-Brummen wird vor laufendem Fernseher gekocht und alles was laut ist aufs Wasser, bzw. in die Sanddünen “gehieft” – Motorboote, Jetskies, Quads, Crossmaschinen, Jeeps, Buggies usw…
the bigger the better!!!

Ok, die Story, dass der sehr nette Ranger am Lake Powell National Park Entrance uns noch darauf hingewiesen hat, wir sollen aufpassen, dass wir nicht im tiefen Sand stecken bleiben und wir keine Minute später seinem Hinweis NICHT Folge leisten, könnte ich jetzt lang und breit ausmalen… lange Rede kurzer Sinn – wir haben uns fast totgelacht und uns dann in würdiger Haltung und unseren Fussmatten wieder aus dem Sand gekämpft.
Bei einem kalten Bier und lecker Abendessen (ich glaube es waren keine Nudeln…) beobachten wir das amerikanische Treiben und sind froh, dass keiner versteht, was wir so von uns geben 😉

FAZIT: Naturwunder sind einfach der Wahnsinn!

WIN: Fussmatten! Weitwinkelobjektiv!

FAIL: Sandstrassen ohne Begutachtung befahren…

Lesson learned: Reisetipps von US-Bürgern mit Vorsicht geniessen… everything is soooo awesome!!!