USA – Hawaii – Oahu

Auf unserem Weg vom amerikanischen Festland nach Australien fliegen wir eigentlich fast genau über Hawaii – warum also nicht mal zwischenlanden…? Ok eine zwei Wochen Zwischenlandung ist eher ein kleiner Urlaub als ein Aufenthalt und wenn man schon mal verlobt in Hawaii landet, warum dann nicht gleich heiraten?! “Ganz so einfach” haben wir uns mit der Entscheidung für diesen Ort nicht getan, aber wir wollten unbedingt auf der Reise den Bund fürs Leben eingehen und unter Abwägung aller Umstände viel die Wahl dann eben auf Hawaii. Genau genommen auf einen alt 60er LSD Hippie im Batik T-Shirt mit Vollglatze, der in seinem “früheren” Leben Kapitän bei der Küstenwache war.

Los geht die Hawaii Story allerdings nicht ganz wie geplant… wir hatten bereits vor Antritt unserer Reise die Mietwägen auf den Hawaii Inseln gebucht, da man so wesentlich weniger zahlt als Vorort… so weit so gut – wenn da nicht das Thema Internationaler Führerschein wäre. Den soll man sich ja unbedingt holen, bevor man eine so lange Reise antritt – klar jeder denkt jetzt wir hätten uns keinen Internationalen Führerschein geholt – haben wir aber – ganz wie es sich gehört! Hätte ich mich noch ein wenig genauer mit dem Thema befasst, wäre ich nicht so ein alter Besserwisser und hätte ich keinen “Wir müssen Gewicht sparen bei so einer langen Reise”-Film geschoben – tja – dann hätte ich vielleicht auch meinen Schweizer Führerschein mitgenommen… (ausserdem hatten wir echt stressige Tage vor der Abreise… [*nach Ausreden such*]) – habe ich aber leider nicht und Melli auf meinen (bescheuerten) Rat hin ebenfalls nicht. Da stehen wir jetzt also am Dollar Car Rentals Schalter in Honolulu auf Oahu und werden nach unserem “originalen” nationalen Führerschein gefragt… den Internationalen hätten wir getrost weglassen können, nach dem fragt einen kein Schwein…
Es hilft kein Reden, Überreden, Diskutieren, Verdrehen und auch kein “Katzenblick”… das Auto bleibt wo es ist und wir rücken per Pedes ab in Richtung Starbucks. Hui – ich sags ja nur ungern – aber dat Stimmungstief überwindet man nur schwer… krass waren wir angemadet… und Melli erst 😉
Hilft alles nix – eine Lösung muss her und zwar schnell – denn wir müssen noch aufs Amt – zum Departnemt of Health – unsere Hochzeitsgenehmigung abholen… ohne die wirds schwer mit Heiraten!

Ich beschreib mal lieber in Stichpunkten wies weiterging – man weiss ja nie wer so mitliest 😉
Einen Anruf (Nachts um 3 Ortszeit Germany) beim geliebten Bruderherz-Retter-in-der-Not (DAAAANKE!), eine Email mit Anhang, einen Starbuckskaffee, einige Minuten Photoshop und eine Email an den Dollar Manager später haben wir tatsächlich ein OK und unseren Wagen – inklusive guter Laune – priceless!
Ich würde die Aktion nicht unbedingt “kriminell” nennen – “lösungsorientiert” trifft es meiner Meinung nach eher 😉

Mission 1 accomblished – Misson 2 – critical! Es ist 15:44 und um 16:00 macht das Department of Health seine Schotten dicht. “Mitohne” originalem Führerschein, “angemessener” Geschwindigkeit und jeder Menge Stressschweiss unter den Armen kämpfen wir uns durch den Spätnachmittagsverkehr in Richtung DoH Gebäude… verfahren uns natürlich und kommen sprintender Weise (Melli kann echt schnell rennen!) und völlig fertig um Punkt eins VOR 16:00 UHR am Empfangsschalter an. Ein Hoch auf den sehr netten Herren, der uns mit einem mitfühlenden Gesichtsausdruck zwar verständlich macht, dass die zuständige Abteilung eigentlich schon um 15:30 dicht macht… merkt aber an, dass wir trotzdem mal vorbeischauen sollten – manchmal werden Ausnahmen gemacht.
Gesagt getan – und – WIN – wer völlig ausser Atem und super nett (Katzenblick war vor lauter Schnaufen nicht mehr drin) anfragt wird belohnt – wir sind wohl eine Ausnahme wert. Die ersten “Beamten” die ich kennenlernen durfte die so entspannt drauf sind.
Ich glaube es war Frage Nummer drei oder vier – “I need the passports of both of you..” auf die die bittere Erkenntnis, dass Melli meinen abgelaufenen Reisepass mitgenommen hat, folgte (ok – andere Story… ich weiss “wozu nimmt man den denn bitte auf eine Reise mit?!?!”… ich weiss… … .). Gerade wieder Puls um die 100 – schon wieder Richtung Auto sprinten. Aber wo ist der kack Reisepass??? Eigentlich verlege ich wirklich sehr selten etwas… wirklich! Auf jeden Fall ist er nicht aufzufinden. Also unverrichteter Dinge zurück ins DoH wo sich die Situation bereits entspannt hat – mein Perso langt auch! Ein Glück!!!
Der Reisepass liegt, wie von mir vermutet im Hotel an der Rezeption… wohl am Zimmer vergessen. Egal – Hauptsache ich habe ihn wieder!
Viel zu spät kommen wir endlich in unserer Unterkunft in Kailua an – fertig mit den Nerven – aber irgendwie hat’s wohl so sein sollen… als Belohnung darf man dann auch lecker Essen gehen!

Was für ein krasser Tag! Kann nur besser werden – zumindest was den Stress betrifft 🙂
Viel zu spät fallen wir ins Bett – der Wecker steht auf 3:10am – Sonnenaufgangsbilder zur Hochzeit – was für eine bescheuerte Idee… Sunrise Fotos ziehen sich wie ein roter Faden durch unsere Reisen!

Ein paar Stunden schlechten Schlaf (Aufregung gehört eben dazu!) später kommen wir relativ pünktlich bei Cpt. Howie an. Das Haus sieht hammer aus (er nennt es selbst “Hobbithouse” und das trifft es auch sehr gut) und der Garten ist sehr romantisch (kitschig trifft es irgendwie auch). Die restliche Storie gibt es nur auf pers. Anfrage – wir hatten auf jeden Fall sehr viel Spass und Cpt. Howie war wirklich super. Ein echt lässiger Typ der, wie wir beide finden, sehr passende Worte für uns gefunden hat und unsere Vermählung im Garten seines Hobbithauses zu einer sehr schönen Erinnerung geformt hat.
Als (super!) Überraschung haben uns Melli’s Eltern (sie wusste nichts davon), danach mit einem breiten Lachen und einigen tollen Geschenken von beiden Familien zum Frühstück abgepasst. Melli’s entgleisenden Gesichtsausdruck, als sie langsam realisiert hat, dass das wirklich ihre Eltern sind die uns da auflauern werde ich so schnell nicht vergessen – super süss und endlos lustig 😉
Wir haben uns wirklich sehr über diese gelungene Überraschung gefreut!!!

In den nächsten Tagen erkunden wir gemeinsam die Insel Oahu und haben viel Spass bei tollen Sonnenuntergängen, Krabben essen und kleinen Wanderungen.

FAZIT: Sehr schöne Insel, wenn man Waikiki meidet 😉

WIN: Gelungene Überraschungen!

FAIL: An der Hochzeit krank werden.

Lesson learned: Führerschein bleibt Führerschein und driving permit bleibt driving permit…

 

2 Replies to “USA – Hawaii – Oahu”

  1. Ihr lieben Reisenden, was für ein ” Drehbuch “! Liest sich wirklich filmreif, euer Hochzeitsbericht.
    Ein Hoch auf eure guten Nerven beim Parcour durch den behördlichen und organisatorischen Dschungel.
    Als Mellis Eltern ins Spiel kamen, flossen bei mir die Tränchen. Sooo schön!

    Herzlich grüsst Ursel

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